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Die häusliche Pflege von Krebspatienten

Nicht immer spielt das Alter bei der häuslichen Pflege eine entscheidende Rolle. Bei Krebspatienten allen Altersklassen tritt nach und nach eine Schwächung auf. Der Haushalt, die Einkäufe und Besorgungen sind dann ohne fremde Hilfe nicht mehr zu bewältigen. Ist dies im Vorfeld und nach einer Abschlussbehandlung abzusehen, ist der Kontakt über eine Krankenkasse oder einen Sozialdienst zu empfehlen. So können Anschlussheilbehandlungen (AHB) bzw. Nachsorgemaßnahmen in Erwägung gezogen werden. Mit dieser Vorsorge werden zu Hause die optimalen Weichen gestellt.

Welche Hilfen für zu Hause bieten sich an?

Krebspatienten gelangen nach einem Klinikaufenthalt oder einer vorangegangenen Krebstherapie zuerst in eine Akut- oder Rehabilitationsklinik, die sogenannte Nachsorge. Hier können Vorbereitungen von Sozialdienstmitarbeitern getroffen werden, um eine Hilfe für zu Hause zu gewähren. Diese Hilfe wird von einigen Krankenkassen und vom hauseigenen sozialen Dienst vermittelt.

Dabei gibt es ein breitgefächertes Spektrum an möglichen Leistungen:

  • Essen auf Rädern
  • Behindertenindividualbetreuung
  • Hausnotrufdienst
  • Haushaltshilfe durch Fachpersonal
  • Häusliche Krankenpflege
  • Einkäufe durch Zivildienstleistende
  • Medizinische Hilfe durch examinierte Fachkräfte

Alle Punkte zusammengenommen, sind ein gut geschnürtes Gesamtpaket und individuell erweiterbar. Die häusliche Krankenpflege umfasst auch Hilfsmittel aller Art. Diese sind im Leistungskatalog der jeweiligen Krankenkassen und Pflegekassen enthalten.

Die Beantragung findet über den sozialen Dienst oder direkt über die Krankenkasse statt. Diese beinhaltet die Grund- und Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Die Kosten werden dementsprechend von der Krankenkasse getragen.

Übernommen werden folgende Punkte:

  • Behandlungspflege wie die Wundpflege
  • Grundpflege wie die Körperpflege
  • hauswirtschaftliche Versorgung wie das Essen zubereiten

Das sind wichtige Stützpfeiler, die im Pflegeversicherungsgesetz verankert sind.

Haushaltshilfe

Eine Haushaltshilfe kann gemäß § 38 des Sozialgesetzbuches (SGB) V gewährt werden, wenn sich ein Kind unter 12 Jahren mit im Haushalt befindet. Ist das Kind behindert, ist das Alter dabei nicht relevant. Demzufolge müssen sich die Versicherten an einer Haushaltshilfe kostenmäßig mit beteiligen.

Diese übernimmt alle im Haushalt anfallenden Arbeiten und dient zudem als seelische Unterstützung. Die Betroffenen fühlen sich im Alltag nicht so alleine oder gar im Stich gelassen. Ein qualifizierter Pflegedienst unterstützt leistungsgemäß die Behandlung und Versorgung. Zudem liefern Apotheken Medikamente. Sanitätshäuser bieten Hilfsmittel unterstützend zur Pflege und für den Alltag an. Diese Unterstützung bildet eine adäquate Versorgungskette, die die häusliche Krankenpflege umgibt.

Durch eine Krankenpflege werden Angehörige mehr entlastet und der medizinische Dienst der Krankenkasse kann nach persönlicher Einsicht die Pflegestufe hochsetzen. Bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes treten die Palliativversorgung und die Hospizarbeit, je nach Schwere der Krebserkrankung, in den Vordergrund. Gerade die abgestimmte Hand-in-Hand-Versorgung gibt Angehörigen und Betroffenen ein gutes Gefühl.

Pflege, die gut tut

Häusliche Pflege versorgt den betroffenen Krebspatienten professionell und beschert ein wenig Hoffnung im Alltag. Denn meist schwindet bei einer Krebserkrankung die Kraft, um alleine das Leben zu bestreiten. Die häusliche Pflege kann dann ein Baukastensystem mit bester Hilfestellung sein, um rundum gut versorgt zu sein. Professionelle Pflege zu Hause ermöglicht zudem, eine gewisse Intimität zu erhalten. Oftmals gesunden Krebskranke im trauten Heim schneller als in steriler und ungewohnter Umgebung. Daher ist diese Stütze sehr sinnvoll. Selbst Angehörige können sich optimal als Unterstützung schulen lassen.