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Genetische Charaktere für Brustkrebs

Ein angeborenes Krebsgen spielt eine enorme Rolle, das gerade bei zusätzlichen Einflüssen aktiv werden kann. Eine erbliche Veranlagung birgt ein hohes Risiko selbst an Brustkrebs zu erkranken. Die häufigsten Ursachen sind die polygenen Erkrankungen und deren Folgen. Genetische Charaktere für Brustkrebs liegen dann vor, wenn ein schwaches Krebsgen beider Elternteile an die gemeinsamen Kinder weitervererbt wurde.

Es gibt auch schützende Gene, sogenannte Reparaturgene, welche sich durch Mutationen in vererbbare Hochrisiko-Gene verwandeln können. Gerade das mutierte BRCA-Gen ist ein solches fehlerhaftes Reparaturgen. Zudem können bestimme Schadstoffe die Invasion und Ausbreitung von Krebszellen fördern und erhöhen. Demnach sind bei Brustkrebs, je nach Fall und Auswertung, die Gene Schuld an den Folgen der Entstehung und Entwicklung. Doch so einfach wie es klingt, ist es nicht. Für eine Vererbung müssen nicht nur Tumorzellen, sondern sämtliche Zellen im Körper der Eltern einer genetischen Veränderung vorliegen. Was bedeutet, erst wenn Samenzelle und Eizelle diese Anlagen in sich tragen, findet eine Weitergabe an den menschlichen Nachwuchs statt.

Brustkrebsrisiko – Welche vererbbaren Genveränderungen sind bekannt?

Tatsächlich können 5 Prozent der Krebsgene für die verschiedensten Brustkrebserkrankungen verantwortlich gemacht werden. Das Phänomen bezieht sich auf die Chromosomen 13 und 17. Etwa 20 bis 40 Prozent der Deutschen Frauen, aber auch Männer, unterliegen dem mutierten BRCA 1 und BRCA1 Gen.

Und es gibt noch mehr erbliche Krebsgene wie die Risikogene RAD51C und RAD51D. Diese sind zwar deutlich seltener, bringen aber dennoch ein Erkrankungsrisiko mit sich. Des Weiteren interagieren zusätzliche Einflüsse wie Schadstoffe und Umweltverschmutzung und beeinflussen die Gene negativ.

Je nachdem, um welches Krebsgen es sich handelt, kann die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, bei 100 Prozent liegen. Demnach spielt die bedeutendste Rolle die BRCA1 und BRCA2 Genmanipulation. Dabei haben Frauen ein lebenslanges Risiko, wenn sie das Hochrisikogen in sich tragen, und erkranken statistisch gesehen etwa 20 Jahre früher an Brustkrebs und etwa 10 bis 40 Prozent häufiger an Eierstockkrebs.

Ist ein Gentest dann sinnvoll?

Experten empfehlen, bei bestimmten Erkrankungskonstellationen einen genetischen Test durchzuführen. Dabei wird Blut entnommen und dieses auf die bekannten Genveränderungen untersucht. Der Test sagt nur, dass ein deutliches Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken vorliegen kann. Ob und wann ein Brustkrebs auftreten wird und wie dessen Verlaufsformen sein werden, ist nicht bekannt.

Demzufolge ist ein Gentest anzuraten, wenn väter- oder mütterlicherseits:

  • 1 Frau an Brustkrebs sowie 1 Frau an Eierstockkrebs
  • 3 Frauen an Brustkrebs
  • 2 Frauen an Brustkrebs und eine davon vor dem 51. Lebensjahr
  • 2 Frauen an Eierstockkrebs
  • 1 Frau an Brust- und Eierstockkrebs
  • 1 Frau mit beidseitigem Brustkrebs und 50 Jahren
  • 1 Frau an Brustkrebs unter 35 Jahren
  • 1 Frau an Brust- oder Eierstockkrebs sowie ein Mann an Brustkrebs

erkrankt sind. Alter und Geschlecht spielen bei Brustkrebs nicht immer eine wesentliche Rolle. Dennoch ist Häufung im familiären Umfeld ein wichtiger Indikator. Eine vorsorgliche Maßnahme kann es sein, beide Brüste amputieren zu lassen. Diese risikoreduzierende Methode empfiehlt sich auch bei Eierstockkrebs, meist um das 40. Lebensjahr, oder wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist.