Pflege

Pflegenotstand in Deutschland 

Die Pflege übernehmen nach wie vor oftmals die Familienangehörigen. 2/3 der Pflegebedürftigen lebt zu Hause. In der Regel sind es die Töchter, Schwiegertöchter und Ehefrauen, die sich um die pflegebedürftigen Angehörigen kümmern bis zur Selbstaufgabe. Pflege ist ein 24-Stunden-Job. Die finanziellen Mittel reichen nicht aus, um sich entsprechende fachgerechte Hilfe von außen zu holen oder es wird kein Platz in einem Pflegeheim gefunden.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und hat aktuell ca. eine Zahl von 3,5 Millionen erreicht. 2,5 Millionen werden davon zu Hause gepflegt. Über die Pflegeversicherung sind nur 429.000 Menschen abgesichert. Mehr Kurzzeitpflegeplätze würde entlasten, ebenso eine entsprechende Entlohnung für die Pflege zu Hause (Lohnersatz). Die Frauen können in dem Moment keiner Arbeit nachgehen, was sich dann wiederum ebenso auf die spätere Rente nachteilig auswirkt.

Das System steht so vor dem Zusammenbruch! Es gibt keine verlässliche Statistik, die besagt, wie viele Angehörige zu Hause die Pflege übernommen haben. Es sind vielerorts Rentnerinnen, die statistisch nicht zu ermitteln sind.

Das Frauenbild hat sich verändert. Was derzeit noch funktioniert, droht zu kippen. Im Gegensatz zu früher, ziehen die Kinder bspw. wegen des Jobs weiter weg. Die Bereitschaft generell der Frauen ist heute nicht mehr gegeben, die Pflege 24 Stunden am Tag zu übernehmen. Die Anforderungen der Schulen sind enorm gewachsen, die Präsenz der Mütter ist stärker unterstützend gefragt. Die Frauen studieren und möchte nach einer langen Studienzeit sich selbst verwirklichen, oftmals noch mit zwei Kindern zu Hause. Zeit bleibt hier keine mehr!

Das Frauenbild hat sich in den letzten 40 Jahren grundlegend verändert. Die Regierung kann eine Betreuung der weiblichen Familienangehörigen nicht mehr erwarten!

Die 24-Stunden-Betreuung ist oftmals notwendig. Das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz spricht Empfehlungen für die 24-Stunden-Betreuung aus:

Bei einer Einstellung einer ausländischen Pflegekraft, welche mit im Haushalt
wohnen wird, ist diverses zu beachten:

Es gibt die Möglichkeit die Betreuungskraft einzustellen oder über ein ausländisches
Unternehmen zu beauftragen, welches Betreuungskräfte nach Deutschland entsendet. Ebenso ist es möglich, einen Vertrag mit einer selbständigen Betreuungskraft abzuschließen. Dies birgt Gefahren, da es in diesem Falle zur Scheinselbständigkeit kommt und dies ein abhängiges Arbeitsverhältnis darstellt (nur ein Arbeitgeber).

Bisher übernimmt die Pflegekasse eine 24-Stunden-Betreuung in Deutschland nicht.

Falls Sie den Vertrag bei sich zu Hause abschließen, haben Sie ein Widerspruchsrecht.

Ausländische Vermittlungsagenturen stellen den Kontakt her und in der Regel wird eine Vermittlungsgebühr fällig.

Falls eine Übereinkunft zwischen Pflegekraft und den Angehörigen besteht, wird ein Vertrag aufgesetzt. Hierbei ist folgendes zu beachten:

Eine Probezeit ist zu vereinbaren und bei Todesfall der zu betreuenden Person ist von beiden Seiten eine kurze Kündigungsfrist sinnvoll. Wie in einem Arbeitsvertrag sind die Tätigkeitsmerkmale genau aufzulisten. Bei einer Vermittlung über eine Agentur ist diese zu benennen. Auflistung des zu bezahlenden Entgeltes und aller weiteren zusätzlichen Leistungen wie Verpflegung, Unterkunft, Telefon etc.

Pflegesituation beim Nachbarn Österreich

In Österreich gibt es das Pflegetelefon des Sozialministerium, um sich umfassend zu informieren. Ebenso steht das Amt der jeweiligen Landesregierung zur Verfügung. Hier kann man sich erste Informationen zur Pflege einholen. Für die sofortig notwendige Pflege gibt es die Möglichkeit einer Pflegefreistellung für arbeitende Angehörige.

In Österreich gibt es die teilstationäre und stationäre Betreuung. Die Betreuung wird ebenso zu Hause ausgeführt oder es gibt einen 24-Stunden-Pflegeservice, welcher steuerlich absetzbar ist. Die Kosten für die 24-Stunden-Pflege sind in den letzten Jahren extrem gestiegen. 2009 lagen diese noch bei 9,1 Millionen. So waren es 2015 138,8 Millionen. Mobile Dienste kommen in Österreich verhältnismäßig stark zum Einsatz.

7 Pflegestufen gibt es in Österreich. Der Arzt und eine Pflegefachkraft nehmen die Einstufung vor. Hat die Einstufung stattgefunden, gibt es Pflegegeld.

Unterstützend gibt es die Möglichkeit der Pflegekarenz. Hier handelt es sich um eine vereinbarte Freistellung für die Pflege. Der Arbeitsplatz bleibt erhalten, das Entgelt entfällt jedoch. Die Pflegeteilzeit ist ein Modell, wo die wöchentliche Arbeitszeit reduziert wird und eine Anpassung des Gehaltes stattfindet. Anspruch haben diejenigen, bei denen eine Vollversicherung vorliegt und der Arbeitgeber einverstanden ist. Das Arbeitsverhältnis muss seit 3 Monaten bestehen.

Seit Januar 2018 gab es eine Gesetzesänderung. Vermögen kann nicht mehr zur stationären Pflege herangezogen werden. Hierunter fallen bspw. Immobilien, Sparbücher und Bargeld auf dem Konto. Hingegen wird die Pension herangezogen.